Die Hagebutte – Als Bereicherung für naturnahe Gärten wiederentdeckt


Kaum einer Blume widmen Dichter so viele Reime und Musiker ihre schönsten Liebeslieder wie der Rose. Kein Wunder, schließlich betört die üppige, weiße bis rosafarbene Blütenpracht der Hagebutte oder Hundsrose, wie sie auch genannt wird, ihr Umfeld mit lieblich süßen Düften und liefert gleichzeitig reichlich Pollen sowie Nektar für heimische Insekten. Selbst in der kalten Jahreszeit hat die äußerst pflegeleichte und robuste Pflanze noch einiges zu bieten. Ihre orangefarbenen bis leuchtend roten Früchte stecken voller Vitamine, ätherischer Öle, Mineralien sowie anderer wertvoller Inhaltsstoffe. In der traditionellen Medizin werden sie ebenso verwendet wie in der Küche.


So dient die Hagebutte Tieren als Nahrung

Bereits mit dem Öffnen ihrer Blüten wird die heimische Wildrose für verschiedene Tiere als Nahrungsquelle interessant. Anders als die gezüchteten Edelrosen verfügt sie über einfache Blüten, deren Staubgefäße von Insekten wie Bienen, Hummeln und anderen Nützlingen gut angeflogen werden können. Aus den Blütenkelchen gelingt es den Tieren mühelos, mit ihren Rüsseln den Nektar zu saugen. Nach der kurzen Blütezeit, die gerade einmal zwei bis vier Wochen andauert, fallen die Blütenblätter ab. Es entwickeln sich weithin sichtbare Hagebutten, die den Herbst und einen Teil des Winters überdauern. Nicht nur von heimischen Singvögeln, die auf Weichfutter stehen, beispielsweise Amseln, Drosseln, Finken und Zeisigen werden sie gern verspeist. Der Neuntöter nutzt die Wildrosenbüsche gerne als Ort für sein Nest oder sein „Vorratslager“.

hagebutte amsel winter

Auch der Steinmarder und andere Wildtiere lieben den aromatischen, leicht säuerlichen Geschmack der Vitaminbomben. Da die Hagebutten auch vom Menschen vielfältig genutzt werden, lohnt es, sie im Garten zu kultivieren.


Die Hagebutte im Garten

Wer im eigenen Garten heimische Wildrosen anbauen möchte, benötigt hauptsächlich Platz. Für den unbändigen Wuchs sollten pro Pflanze bis zu zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen. Dafür belohnen Hagebutten den Gärtner mit ihrer zarten Blüte und vielen leckeren Früchten. Und sie locken Wildtiere, insbesondere Singvögel an, die den naturnahen Garten bereichern. Die besten Pflanzzeiten für die Hagebutte sind das zeitige Frühjahr und der Herbst. Containerpflanzen können in der frostfreien Zeit das ganze Jahr über gesetzt werden. Soll eine Rosenhecke gepflanzt werden, werden pro laufendem Meter zwei Pflanzen benötigt. Wenngleich Wildrosen hinsichtlich des Bodens wenig anspruchsvoll sind, empfiehlt sich ein leicht lehmiger Untergrund.

Weiterhin lohnt es, den Pflanzen ein wenig reifen Kompost als Starthilfe in die Pflanzlöcher zu geben. Der beste Stand ist ein sonniger Platz, der leicht luftig ist. Dann trocknen die Blätter nach einem Regenschauer schneller ab und leiden seltener unter Pilzerkrankungen. In den ersten Jahren sollte die Hagebutte in Trockenperioden ausreichend gewässert werden. Später erreichen ihre langen Pfahlwurzeln von allein die unteren Bodenschichten, die das Wasser über eine längere Zeit speichern. Das Düngen der Wildrose ist nicht erforderlich, auch andere Pflegemaßnahmen brauchen nicht getätigt werden. Um den starken Wuchs der Pflanze im Zaum zu halten, kann sie jährlich beschnitten werden. Weitere Infos unter nabu.de.

Wildrosen schneiden

Die beste Zeit hierfür ist das zeitige Frühjahr. Es werden ausschließlich dreijährige und ältere Triebe entfernt, weil an den zweijährigen Trieben die Blüten und Früchte reifen. Abgeschnitten werden ebenso alle kranken und abgestorbenen Teile. Der Schnitt der Hagebutte regt ganz nebenbei ihren Neuaustrieb von unten an, so dass die Pflanze gut in Form bleibt und dicht erscheint. Wurde der Schnitt über mehrere Jahre vergessen und gerät die Hagebutte aus der Fasson, kann ein radikaler Rückschnitt erfolgen. Um die Triebe dabei nicht zu verletzen und sie nicht abzureißen sowie um keine Krankheitskeime in die Schnittwunden zu übertragen, sollte das Schneidwerkzeug sauber und scharf sein.

Je nach Durchmesser der Triebe eignet sich die Rosenschere oder die Astschere. Die Hagebutte ist von Natur aus so robust, dass sie keinen Winterschutz benötigt. Lediglich im Jahr nach der Herbstpflanzung sollte sie eingepackt werden, damit ihre Triebe nicht von Wildtieren abgefressen werden. Edelrosen stehen am besten frei, damit der Wind sie umspielt und Krankheiten abgewehrt werden. Bei Wildrosen ist dies nicht unbedingt erforderlich, weil sie widerstandsfähiger sind.

Sie können durch Pflanzenpartner wie Frauenmantel, Steppensalbei, Katzenminze, Clematis oder andere Blütenstauden ergänzt werden. Ebenso ist es möglich, in ihrer Nähe mithilfe von Spalierwänden eine Rosenlaube aufzubauen und dort beim Glas Wein lauschige Sommerabende zu verbringen. Wer es im Garten romantisch mag, muss sich nicht zwangsläufig mit den neuesten Rosenzüchtungen umgeben. Heimische Wildrosen, die den Ursprung für sämtliche Züchtungen bilden, bereichern die grüne Wohlfühloase mindestens so gut und bilden mehr Früchte als alle anderen Sorten.


Gesundheitliche Wirkung der Hagebutte

Zu den besonderen Inhaltsstoffen der Hagebutte zählt in erster Linie der hohe Anteil an Vitamin C. Er übertrifft selbst den Gehalt an Ascorbinsäure in Zitrusfrüchten. Diese reifen in unseren Breiten ohnehin kaum aus und müssen demzufolge über weite Strecken transportiert werden, bis sie hierzulande verspeist werden. Weiterhin enthält die Hagebutte ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavonoide, Carotinoide, die Vitamine B, K, und E, Eisen, Lykopin, Magnesium, Natrium und Pektin. Der vielfältige Mix hilft nicht nur bei Erkältungen, sondern auch gegen Arthrose, Rheuma, Verstopfung, Nieren- und Harnsteine, gegen Hautentzündungen sowie Magenbeschwerden. Verwendet wird die Hagebutte als Tee, in Smoothies, als Pulver oder Öl, so dass sie sowohl innerlich als auch äußerlich angewandt werden kann.

Selbst in der Küche lässt sich die Hagebutte verwenden. Wenngleich auch hier der gesundheitliche Aspekt zum Tragen kommt, ist es eher der süßsaure Geschmack der Früchte, der zum Kochen von Marmeladen und Gelees verleitet. Überdies werden Hagebuttenfrüchte von den Kernen und Härchen befreit und frisch verzehrt.

Mehr Infos zur gesundheitlichen Wirkung der Hagebutte bekommt ihr unter hagebutte.org.

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