Naturschutzgebiete auf und bei den Nordseeinseln

Endlos lange SanddĂŒnen, idyllische Strandkörbe, stimmungsvolle SonnenuntergĂ€nge und traumhaft schöne Naturschutzgebiete prĂ€gen die charmanten Nordseeinseln. Im Folgenden findest du eine Beschreibung der wichtigsten unter Naturschutz stehender Gebiete.

Nordseeinseln im Überblick

Alle Nordseeinseln liegen im einzigartigen Wattenmeer der Nordsee. Die deutschen Nordseeinseln teilen sich in die nordfriesischen Inseln (Nordstrand, Pellworm, Amrum, Föhr und Sylt) und die ostfriesischen Inseln (Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge) und Helgoland. Zu den nordfriesischen Inseln gehören auch die dĂ€nischen Nordseeinseln (Langli, Fano, Mando, Roemoe). Ihre Lage befindet sich vor der dĂ€nischen NordseekĂŒste, vor dem dĂ€nischen JĂŒtland. Die niederlĂ€ndischen Nordseeinseln (Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland, Schiermonnikoog und Rottumeroog) werden auch westfriesische Inseln genannt.

Wattenmeer – Naturschutzgebiet von unschĂ€tzbarem Wert

Dieses Gebiet, welches zurecht unter Naturschutz steht, erstreckt sich ĂŒber 500 km entlang der KĂŒste dreier LĂ€nder: Deutschland, Niederlande und DĂ€nemark. Das Wattenmeer der Nordsee ist mit seiner GrĂ¶ĂŸe von etwa 9000 kmÂČ und bis zu 40 km breite Landschaft, es ist das grĂ¶ĂŸte Wattenmeer der Welt. Seit 2009 zĂ€hlt es zum UNESCO Weltnaturerbe, es bildet das grĂ¶ĂŸte zusammenhĂ€ngende Sand – und Schlickwattsystem weltweit, in dem dynamische Prozesse so weit wie möglich ungestört und natĂŒrlich ablaufen können. Nach dem tropischen Regenwald ist das Wattenmeer das 2. produktivste Ökosystem weltweit. Die vielfĂ€ltigen Lebensformen, die sich im Wattenmeer befinden, umfassen von Kieselalgen, Schnecken und WĂŒrmern, bis zu Garnelen und Muscheln auch die fĂŒr den Sandwatt typischen Bewohner, Wattwurm. Über 4000 Tier- und Pflanzenarten sind auf den Ă€ußerst nahrungsreichen Lebensraum des Wattenmeeres spezialisiert. Zweimal pro Tag wird das Watt ĂŒberflutet, bei Niedrigwasser trocknet es wieder.

Das Wattenmeer ist UNESCO Weltnaturerbe und hat daher eine extreme Bedeutung fĂŒr die ganze Welt.

Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer umfasst das Gebiet von der deutsch-dĂ€nischen Seegrenze bis zur ElbmĂŒndung und ist mit 441500 ha seit 1985 der grĂ¶ĂŸte Nationalpark Deutschlands und Mitteleuropas. 1999 wurde das Gebiet noch wertvoll erweitert. Es bietet einen Ă€ußerst wertvollen Schutzraum fĂŒr eine einzigartige Flora und Fauna. Zusammen mit dem Wattenmeer zwischen den Niederlanden und DĂ€nemark (zwischen Den Helder und Esbjerg), ist es die grĂ¶ĂŸte zusammenhĂ€ngende Wattlandschaft der Welt! Diese Naturschutzgebiete sind eine der letzten Gebiete in Europa, wo die Natur sich noch weitestgehend unberĂŒhrt und unbeeinflusst vom Menschen entwickeln kann. 1986 wurde auch das NiedersĂ€chsische Wattenmeer zum Nationalpark erklĂ€rt, 1990 folgte das Hamburgische Wattenmeer. Das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer ist außerdem zusammen mit den nordfriesischen Halligen seit 1990 eines von der UNESCO anerkanntes BiosphĂ€renreservat.

Beinahe 70 % des gesamten Gebietes des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist immer unter Wasser, die anderen 30 % sind periodisch trocken. Den grĂ¶ĂŸten Teil des Landgebietes bilden sogenannte Salzwiesen, die periodisch oder auch unregelmĂ€ĂŸig von Meerwasser ĂŒberflutet werden. Gemeinsam mit dem niedersĂ€chsischen und niederlĂ€ndischen Wattmeergebieten zĂ€hlt das schleswig-holsteinische Wattenmeer aufgrund seiner umfassenden, außergewöhnlichen ökologischen und geologischen Bedeutung seit 2009 zum UNESCO Weltnaturerbe.

Seit 2011 zĂ€hlt auch das Hamburgische Wattenmeer dazu, 2014 folgte der Nationalpark Vadehavet in DĂ€nemark. Im Naturschutzgebiet und Nationalpark Schleswig-Holstein leben ĂŒber 2500 verschiedene Tierarten, z.B. Seehunde, Kormorane, BrandgĂ€nse, Schweinswale, Kegelrobben, Seeadler und viele mehr, davon sind etwa 250 Arten im Wattenmeer endemisch. Mit ĂŒber 10 Millionen Zugvögeln im Laufe des Jahres gilt dieses Gebiet als das vogelreichste Gebiet Europas!


Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer

Der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer grenzt an den Nationalpark NiedersĂ€chsisches Wattenmeer und umfasst mit den eigentlichen Wattgebieten auch die Insel Neuwerk, sowie die DĂŒneninseln Scharhörn und Nigehörn. 1990 als Nationalpark gegrĂŒndet, wurde das Gebiet, welches unter Naturschutz steht, 2001 noch erweitert. Diese Naturschutzgebiete liegen etwa 12,5 km vor Cuxhaven, am MĂŒndungsgebiet der Elbe zur Nordsee und zĂ€hlen mit rund 90% WildnisflĂ€che zu einem der wildesten Gebiete Deutschlands, die unter Naturschutz stehen. UnberĂŒhrte, einzigartige Natur, Lebensraum mit freier Naturentfaltung, einsame SpaziergĂ€nge in den Salzwiesen, Wattwanderungen, Schwimmen im Meer, Schauspiele zwischen Ebbe und Flut, Beobachtungen von Seehunden und unzĂ€hliger Vogelarten zĂ€hlen zu den Besonderheiten dieser Naturschutzgebiete.

hamburger wattenmeer
Das Hamburgische Wattenmeer ist eins der wichtigsten Naturschutzgebiete in Hamburg.

Die GesamtflĂ€che dieses Nationalparks betrĂ€gt 13750 ha und bietet Lebensraum fĂŒr mehr als 2000 Tierarten, davon sind in etwa 250 nur in den Salzwiesen des Wattenmeeres heimisch. Seehunde und Kegelrobben bilden ihre Kolonien auf unzĂ€hligen SandbĂ€nken, das MĂŒndungsgebiet zur Elbe bietet ein breites Nahrungsangebot fĂŒr Jungfische und Seevögel. Es gilt ebenfalls als wertvolles und Ă€ußerst wichtiges Rastgebiet fĂŒr Seevögel, und fĂŒr Brutvögel der nordischen LĂ€nder. In etwa 12 Millionen Exemplare, darunter Watvögel, GĂ€nse, Enten, Möwen, Zwergseeschwalben, Kormorane und unzĂ€hlige weitere Vögel halten sich in diesem Gebiet auf.

Weiters ist der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer Heimat fĂŒr zahlreiche Pflanzen, wie z.B. Seegras, Salzmiere, Stranddistel, Pappel, Waldkiefer und viele mehr. Die Pflanzen mĂŒssen sich an die extremen Standortfaktoren wie Salz, Überflutung und Übersandung anpassen. Die unter Naturschutz stehenden Gebiete sind in 2 Schutzzonen unterteilt: Zone 1 ist ein besonders geschĂŒtztes Gebiet. Wanderungen und Kutschenfahrten dĂŒrfen nur auf den markierten Wegen stattfinden.


Nationalpark NiedersÀchsisches Wattenmeer

Diese unter Naturschutz stehenden Gebiete wurden 1986 ins Leben gerufen und sie haben eine GesamtflĂ€che von 345800 ha. Beinahe 55% des Gebietes bestehen aus Wasser, 40% aus Watt und nur etwa 5% sind LandflĂ€che. Hier wird das große Herrschaftsgebiet der Natur deutlich, im Gegensatz zu dem kleinen Teil, der von Menschen bewohnt wird. Es wird geprĂ€gt durch unzĂ€hlige SandbĂ€nke, DĂŒnen, StrĂ€nde, Salzwiesen, Meeresgebiete, Rinnen und Priele und eine vorwiegend flache KĂŒste. Die Naturschutzgebiete des Nationalparks NiedersĂ€chsisches Wattenmeer umfassen die Ostfriesischen Inseln, die Watten und Seemarschen zwischen Dollart an der Grenze zu den Niederlanden und Cuxhaven bis zur Außenelbe-Fahrrinne. 1500 Pflanzenarten, wie z.B. die Weiße Seerose, das Wollgras und viele mehr, und ĂŒber 8000 Tierarten, z.B. die Sandklaffmuschel, Seehunde, unzĂ€hlige Vogelarten, sind auf den Inseln beheimatet. Somit befinden sich 1/5 der deutschen Fauna und 1/4 der deutschen Flora auf den Inseln.


Westfriesische Inseln mit Nationalpark Insel Schiermonnikoog

Diese Nordseeinseln liegen im Wattenmeer, vor der niederlĂ€ndischen KĂŒste und umfassen die Inseln Texel, Vlieland, Terschelling, Ameland, Schiermonnikoog und Rottumeroog. Die gesamte Insel Schiermonnikoog wurde 1989 aufgrund ihrer einzigartigen und vielfĂ€ltigen Natur zum Nationalpark erklĂ€rt. Sie ist die kleinste bewohnte Wattinsel vor der hollĂ€ndischen KĂŒste, nennt aber den breitesten Strand Europas ihr eigen, und fasziniert mit unzĂ€hligen DĂŒnen, Salzwiesen, kleinen Seen und einem ganz besonderen Riff. Ebenso sehenswert ist der idyllische Ortskern und der Leuchtturm Noordertoren. Ideal ist, die Naturschutzgebiete mit dem Fahrrad zu erkunden, da es keine Autos auf der Insel gibt.


Klima und beste Reisezeit

Das maritime Klima an der Nordsee ist gekennzeichnet durch steten Wind, viele Regentage und einen raschen Gezeitenwechsel. GrundsĂ€tzlich sind die Nordseeinseln aufgrund ihrer atemberaubenden Naturschönheit ganzjĂ€hrig eine Reise wert. Die beste Reisezeit ist in den Sommermonaten von Mai – September. Juni gilt als der sonnigste Monat. In den Sommermonaten erreichen die Wassertemperaturen um die 20 °C.

Bist Du neugierig geworden, auf die faszinierenden, unter Naturschutz stehenden Gebiete im Wattenmeer? Dann mache dich auf, tauche ein in diese einzigartige Natur und lass dich von ihrer unberĂŒhrten Schönheit verzaubern!

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