Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne


Standort

Das Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne ist eines der sehr wenigen Binnendünen Europas. Es hat eine größe von 58,5 ha und liegt im Westen von Frankfurt – Schwanheim.

Die Besonderheit am Standort des Naturschutzgebietes ist die Entfernung zum Meer. Eigentlich kommen Binnendünen nur in unmittelbarer Nähe zum Meer vor. Daher bietet es so weit vom Meer entfernt, einen ganz besonderen Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.

Seit 1984 gilt es als Naturschutzgebiet, seit 2003 sogar als FFH-Gebiet und Natura2000 Zone.

Südlich der Schwanheimer Dünen liegt der Industriepark Höchst, mit knapp 20.000 Mitarbeitern. Für sie ist das Naturschutzgebiet ein beliebtes Naherholungsgebiet.


Merkmale

Die Hauptbiotope des NSG Schwanheimer Düne sind Waldflächen, Magerrasenflächen und Sandflachen, sowieso mehrere kleinere Seen. Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum von vielen vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten.

Das NSG wird von 2 Querwegen (Nord – Süd / Ost – West) durchkreuzt. Die sandigen Bereiche sind auf einer Länge von 400m mit Holzbohlen ausgelegt, damit der sensible Lebensraum nicht von den Menschen betreten wird und somit erhalten bleibt.

Entlang des Weges gibt es einige interessante und lesenswerte Informationstafeln.

Umgeben ist das Gebiet von zahlreichen Kiesteichen, Streuobstwiesen und Hecken. Auch diese Gebiete bieten Lebensraum für viele seltene Tierarten, wie z.B. dem Neuntöter.


Enstehung

Entstanden sind die Schwanheimer Dünen nach der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren.

Anfang des 19. Jahrhunderts litt der damalige „Dannewald“ unter der Invasion von Kieferspannern und musste nach einem heftigen Sturm gerodet werden.

Die darauffolgenden Bemühungen von ansässigen Bauern hier Kirschplantagen anzubauen blieben erfolglos. Seit dem ist die Düne so, wie wir sie jetzt kennen.

Sandabbau

Die Schwanheimer Dünen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts exzessiv für den Sandabbau genutzt. Eine extra angefertigte Lorenbahn transportierte den abgebauten Sand zum „Kelsterbacher Weg“. Hierdurch entstand die „Schmitt’sche Grube“, der größte See im Naturschutzgebiet.

Dieser ist ein abgesperrtes Gebiet, wo jeglicher Zutritt verboten ist. Der See gilt als wichtiger Rückzugsort für seltene Vogel- und Amphibienarten.

Zu den Brutvögeln hier im Ufergebiet gehört zum Beispiel der Teichrohrsänger.


Besondere Arten im Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne

Die Sandböden im NSG Schwanheimer Düne sind sehr nährstoffarm. In Kombination mit dem trockenen Klima, können hier nur Lebewesen leben, die sich diesen hatten Bedingungen angepasst haben.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Vegetation der silbergrünen Silbergrasflure.

Doch es gibt im Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne ja nicht nur Sandböden. In den Magerrasengebieten wachsen unter anderem Natternkopf, Dachtrespe, Nachtkerze, kleines Filzkraut, Schillergras Sandgrasnelken, Hunds-Rosen und Wein-Rosen.

Das kleine dazugehörige Wäldchen besteht aus kleinen beschäftigen Kiefern, die durch ihre tief hängenden Äste auffallen und an typische Meerküstengebiete erinnern.

Besonders erwähnenswert ist zudem das Vorkommen von Silbergras im Kernbereich des Naturschutzgebietes. Hier wächst es auf den kleinen Sandhügeln und den Böschungen.

Hinzu kommt das Vorkommen folgender Pflanzenarten: unter anderem Frühlings-Fingerkraut, Nacktstängeliger Bauernsenf, Kleines Habichtskraut, Sand-Hornkraut, Frühlings-Hungerblümchen, Echtes Johanniskraut, Echtes Labkraut, Feld-Mannstreu, Berg-Sandglöckchen, Frühlings-Spark, Sand-Strohblume, Sand-Vergissmeinnicht, Zypressen-Wolfsmilch, Frühlings-Zwerg-Wicke, Echte Tausendgüldenkraut und Sand-Strohblume.


Säugetiere im NSG Schwanheimer Düne

Der BUND rettete vor einigen Jahren eine Gruppe Heidschnucken und lässt sie nun im NSG weiden. Diese Sorgen für eine natürliche Landschaftspflege und kümmern sich unter anderem darum, dass die Brombeersträucher nicht Überhand gewinnen.

Zudem gibt es ein gesundes Fledermausvorkommen mit verschiedenen Arten, wie z.B. die Wasserfledermaus und die Zwergfledermaus.

Auch Feldhasen sind in den Schwanheimer Dünen regelmäßig zu sehen.


Vogelarten im NSG Schwanheimer Düne

Das Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne ist nicht nur für Pflanzenarten ein besonderer Lebensraum. Auch für viele seltene und vom Aussterben bedrohte Vogelarten ist das Naturschutzgebiet ein sehr wichtiger Lebensraum. Die hier vorkommenden Arten sind unter anderem Fasan, Goldammer, Heidelerche, Pirol, Flussregenpfeifer, Haubentaucher, Kormoran, Eisvogel, Grünspecht, Gartenrotschwanz, Nachtigall, Neubtöter und Rebhuhn

Auch Steinkauz und Wendehals sind als Brutvögel hier vertreten. Da sie Höhlenbrüter sind, sind die Streuobstwiesen mit altem Baumbestand in diesem Gebiet ideal.


Amphibien im NSG Schwanheimer Düne

In bzw. in der Nähe der verschiedenen Teiche kommen einige schützenswerte Amphibienarten, unter anderem Grasfrosch, Wechselkröte, Teichmolch, Kreuzkröten und Erdkröten.


Insekten im NSG Schwanheimer Düne

Zu den hier vorkommenden Insekten gehören die Heuschreckensandwespe, die Blauflügelige Ödlandschrecke, die Rote Schnarrschrecke und die gemeine Sichelschrecke.


Reptilien im NSG Schwanheimer Düne

Auch Reptilien, wie die Ringelnatter und die Zauneidechse sind in den Schwanheimer Dünen vertreten.

Zusammenfassung der Informationstafeln

Bohlenweg

Der Bohlenweg führt Sie durch das Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne. Er ist Bestandteil des Regionalparks RheinMain.

Zur Sicherheit beachten Sie bitte:

  • Das Betreten des Bohlenweges geschieht auf eigene Gefahr.
  • Radfahrer bitte absteigen!
  • Das Reiten ist untersagt.
  • Der Winterdienst ist eingeschränkt.

Naturschutz

Vor Ihnen liegt das Naturschutzgebiet Schwanheimer Düne. Die Sanddüne beherbergt viele seltene Pflanzen- und Tierarten. Sie ist hier im Ballungsraum eine ganz besondere Kostbarkeit.

Auf dem Bohlenweg können Sie die Düne durchqueren und lernen sie aus einer ungewohnten Perspektive kennen.

Bitte helfen Sie, das Naturschutzgebiet zu erhalten, und verlassen Sie den Bohlenweg nicht!

Schmitt’sche Grube

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde an dieser Stelle bis in die 1970er Jahre hinein Sand abgebaut. So entstand die vor Ihnen liegende Schmitt’sche Grube.

Heute ist der Teich ein weitgehend ungestörter Lebensraum für viele Tierarten, vor allem für Amphibien und Vögel.

Graureiher und Haubentaucher können hier oft bei Fischen beobachtet werden. Im Schilf brütet der Teichrohrsänger.

Kieferngehölz

Das Kiefernwäldchen der Schwanheimer Düne ist kein gewöhnliches Gehölz. Auf dem trockenen und nährstoffarmen Sandboden wachsen die Nadelbäume so, wie man es sonst nur von der Meeresküste kennt: eher klein, buschartig und mit tief hängenden Ästen.

Typisch ist der kaum bewachsene Boden, auf dem sich Polster verschiedener Flechten ansiedeln.

Silbergrasflur

Das Leben auf der Schwanheimer Düne ist hart. Das trockene Klima und die mageren Sandböden lassen nur Pflanzen und Tiere gedeihen, die an diese extremen Bedingungen angepasst sind.

Typisch ist die lückige Vegetation der Silbergrasflure, in denen zahlreiche seltene Insektenarten leben. Das namensgebende Silbergras gehört in Hessen zu den gefährdeten Arten.

Lorenbahn

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in der Schwanheimer Düne großflächig Sand abgebaut. Zum Transport des Sandes baute man eine Lorenbahn zum Kelsterbacher Weg. Arbeiter schoben oder Pferde zogen die Loren mit dem Sand über die Schienen.

Auf diesen Betonblöcken verliefen die Schienen der alten Lorenbahn. Ihr Betrieb wurde in den 1940er Jahren eingestellt.

Binnendüne

Die Schwaneimer Düne entstand nach der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren, als Sande aus dem Flussbett des Mains ausgeweht und hier abgelagert wurden.

Dünen dieser Art findet man im Binnenland nur selten. Mit ihrer speziellen Pflanzen- und Tierwelt sind sie etwas sehr Wertvolles.

Bitte helfen Sie, das Gebiet zu schützen, und bleiben Sie auf dem Bohlenweg.


Quellen

bund-frankfurt.de

Infotafeln im Naturschutzgebiet direkt


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