Neuntöter

Der Neuntöter ist die in Deutschland am meisten verbreitete Art der Familie der WĂŒrger. Am besten zu finden ist er in halboffenen Landschaften mit vielen BĂŒschen und StrĂ€uchern.


Eigenschaften

Der Neuntöter erreicht im adulten Stadium eine GrĂ¶ĂŸe von 16-18cm und eine FlĂŒgelspannweite von 22-28cm. Da er ein Langstreckenzieher ist, wird diese verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig große FlĂŒgelspannweite benötigt.


Merkmale

Beim Neuntöter gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen MĂ€nnchen und Weibchen. WĂ€hrend man bei den MĂ€nnchen eine deutliche schwarze „Maske“ im Gesicht erkennen kann, befindet sich ĂŒber den Augen des Weibchens ein weißer Streifen.Zudem erscheint das RĂŒcken- und Schultergefieder des Weibchens relativ schlicht in einem rötlichen braun, wĂ€hrend es bei dem MĂ€nnchen stark rostbraun gefĂ€rbt ist. Die Unterseite ist bei beiden leicht gebĂ€ndert. Außerdem haben sie ein schwarz/weißes Schwanzmuster.

Der Schnabel hat eine leichte Hakenform und besitzt einen kleinen Falkenzahn.


Vorkommen

Der Neuntöter bevorzugt naturbelassene halboffene Landschaften, die in sonnigen und trockneren Bereichen liegen. Wichtig sind hier dichte Hecken und dornige BĂŒsche bis zu einer grĂ¶ĂŸe von 3-4m. Zu sehen sind sie hĂ€ufig in den Spitzen der BĂŒsche, auf der Jagd nach Insekten.

Da der Neuntöter ein Langstreckenzieher ist, reist er im Herbst ins sĂŒdliche Afrika. Im FrĂŒhjahr begibt er sich wieder nach Europa, wo seine Brutgebiete sind. Anzutreffen ist er in ganz West- und SĂŒdeuropa. Die nördlichen Landschaften, wie Skandinavien werden eher gemieden.


Nahrung

Die Nahrung des Neuntöters ist vielseitig (dazu gleich mehr). Besonders hervorzuheben ist, dass der Neuntöter auch auf Vorrat jagt. Die ĂŒberschĂŒssige Beute wird dann in den StrĂ€uchern auf Dornen gesteckt und somit aufgeheben, bis Bedarf besteht.

Insekten

Auf dem Speiseplan des Neuntöters stehen in erster Linie Insekten, allem voran Heuschrecken, grĂ¶ĂŸere KĂ€fer und HautflĂŒgler (Hummeln, Wespen und Bienen). Hierbei werden adulte Insekten bevorzugt, Larven (z.B. Raupen) spielen jedoch eine wichtige Rolle als Nestlingsnahrung. Selten aber nicht ausgeschlossen werden Anthropoden wie Asseln, Spinnen und TausendfĂŒssler. Hin und wieder kann es auch mal einen Regenwurm erwischen. Eher selten bis gar nicht werden Schnecken verzehrt.

SĂ€ugetiere und Amphibien

Bei schlechtem Wetter greifen die Neuntöter gelegentlich auch auf KleinsĂ€uger (z.B. Spitz- und Hausmaus) als NahrungsergĂ€nzung zurĂŒck. In Jahren wo diese Arten sehr hĂ€ufig sind, können sie auch bei gutem Wetter einen großen Teil der Nahrungs ausmachen.

In Feuchtgebieten wir Mooren oder SĂŒmpfen kann können auch Amphibien oder Reptilien wie Frösche, Eidechsen und junge Ringelnattern auf den Speiseplan gelangen.

Vögel

Ebenfalls im Beutespektrum des Neuntöters befinden sich Kleinvögel. Hierbei geht es aber grĂ¶ĂŸtenteils um junge Singvögel, wie z.B. Finken oder GrasmĂŒcken. Doch auch von toten oder gerade sterbenen Vögeln kann sich der Neuntöter ernĂ€hren. Gerade wĂ€hrend des Vogelzuges, wenn es zu Erschöpfung oder ErmĂŒdung von Kleinvögeln kommen kann, steigen diese auf der Speisekarte des Neuntöters weit nach oben.

Pflanzliche Nahrung

Ein Vegetarier ist der Neuntöter nun wirklich nicht. FĂŒr ihn sind höchstens Beeren (z.B. Holunderbeeren oder Vogelbeeren) interessant. An die Nestlinge werden jedoch bei Bedarf auch Sauer- oder Heckenkirschen verfĂŒttert.


Stimme

dschÀÀh oder teck – leiser schwatzender Gesang


Fortpflanzung

Die Brutzeit des Neuntöters befindet sich zwischen Mai und August. In sein Nest aus Zweigen, Halmen und Moos, werden dann 4-6 rötliche oder grĂŒnliche Eier ausgebrĂŒtet. Der Neuntöter brĂŒtet nur einmal im Jahr, weshalb die Nest- und Brutpflege hier besonders ausgeprĂ€gt ist. Die Jungvögel sind Nesthocker und werden hauptsĂ€chlich von Insekten und Beeren. Nach ca. 6-7 Wochen sind die Jungvögel weitestgehend selbststĂ€ndig und verlassen das Nest.


Systematik

Klasse – Vögel

Ordnung – Sperlingsvögel

Familie – WĂŒrger

Gattung – Echte WĂŒrger

Art – Neuntöter

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