Weißstorch

Durch sein lautes Klappern und seinen etwas ulkigen Landeanflug ist der Weißstorch ein gern gesehener Gast. Außerdem ist er Bestandteil von vielen Sprichwörtern und Sagen.


Merkmale (Aussehen)

Der Weißstorch ist die größte einheimische Vogelart in Deutschland. Er erreicht eine Größe von bis zu 1,10m und eine Flügelspannweite von max. 2,20m.

Sein Gefieder besitzt eine weiße Grundfarbe, die Flügel- und Schwanzspitzen sind jedoch tiefschwarz.

Die Weibchen und Männchen sehen identisch aus, es gibt lediglich kleine Unterschiede bei Größe und Gewicht. Das Männchen ist etwas schwerer und größer.

Füße + Schnabel

Die Füße und der Schnabel des Weißstorchs sind knallrot. An sehr heißen Tagen koten die Störche ihre Beine an, um sich so vor der Hitze zu schützen. Im Spmmer sieht man daher sehr häufig Weißstörche mit helleren/weißen Beinen.

Der Schnabel des Weißstorches kann eine Länge von bis zu 20cm erreichen.

wei?storch im flug - fuesse und schnabel sind rot
Ein adulter Weißstorch im Flug. Gut zu sehen: Die roten Füße und der Schnabel.

Stimme

Wenn man etwas vom Weißstorch hört, dann ist es in den meisten Fällen das laute auffällige Klappern. Dabei schlägt er seinen Schnabel stark zusammen und macht somit auf sich aufmerksam bzw. benutzt dies auch für den Balz.

Verbreitung

Der Weißstorch kommt fast in ganz Europa vor. Nur bis nach Skandinavien und England reist er nicht. Als Brutvogel ist er bis Russland verbreitet.

Er ist ein Langstreckenzieher und überwintert in Afrika.

Vogelzug und Fortpflanzung des Weißstorches

Die Männchen kommen oft schon im Februar oder März nach Deutschland. Dabei sind sie meist stark geschwächt und sehr dreckig.

Im August, nach dem Aufziehen der Brut, machen sie sich wieder auf den Rückweg Richtung Afrika. Dabei ist es besonders interessant, wie sie die Thermik nutzen. Hierbei fliegen sie in Spiralen nach „oben“ um dann möglichst lange kraftsparend gleiten zu können.

Die meisten Exemplare fliegen über die Meerenge von Gibraltar.

Balzzeit

Wenn die Männchen in ihr Brutgebiet fliegen, steuern sie direkt ihren alten Horst an. Sollte dieser bereits besetzt sein, kann es zu teilweise heftigen Kämpfen kommen.

Durch die schwindende Population in Deutschland gibt es jedoch auch für die „Neustörche“ genügend alte Nester, die verwendet werden. Alte Nester, die teilweise seit mehreren Jahrzehnten exisitieren können ein Gewicht von mehreren hundert Kilogramm erreichen.

Wurde ein Horst gefunden und besetzt, wird dieser direkt gepflegt und ausgebaut. Wenn dann die Weibchen nachkommen folgte das Balzspektakel. Dabei sitzen die Männchen in ihren Nestern und klappern um auf sich aufmerksam zu machen.

Die Weißstörche pflegen eigentlich eine Saisonehe. Dadurch, dass aber beide Geschlechter wieder zu ihrem alten Horst fliegen kommt es sehr häufig zu einer mehrjährigen Beziehung.

Während der Brutsaison pfegen die Storchenpaare eine sehr innige Beziehung. Deutlich wird dies durch gegenseitige Gefiederpflege und besondere Begrüßungen während der Brutablösung.

Brut

Die Brutzeit der Weißstörche ist zwischen März und Juni. Die 2-5 gelegten Eier werden dann knapp 30 Tage gebrütet. Nach dem Schlüpfen bleiben die Nestlinge dann weitere ca. 60 Tage im Nest. Während der Brutzeit wird das Nest immer aufwendig gepflegt und ausgepolstert. Hierzu werden Stroh oder Gräser von den umliegenden Wiesen verwendet.

Die Nestlinge werden mit Insekten, Heuschrecken und Kaulquappen gefüttert.

Was isst der Weißstorch?

Bei der Auswahl seiner Nahrung ist der Weißstorch nicht sehr wählerisch und kann sich relativ gut an unterschiedliche Begebenheiten anpassen.

Auf seinem Speiseplan stehen unter anderem Frösche, Fische, Mäuse, Großinsekten, Jungvögel und Schlangen.

Feinde

Obwohl der Weißstorch ein sehr großer Vogel ist, besitzt auch er genügend natürliche Feinde. Besonders die Jungvögel sind eine beliebte Beute von Rot- und Schwazmilan, Seeadler, Mader und Kolkrabe. Da die Jungvögel quasi direkt nach ihrer Geburt mit dem Klappern anfangen, ist es auch nicht schwer sie aufzuspüren.

Natürlich zählt auch der Mensch zu seinen Feinden. Durch unachtsam weggeworfenen Plastikmüll bringen die adulten Weißstörche oft Plastik o.ä. in die Nester mit, was zum Ersticken der Jungvögel führen kann.

Wetter

Klingt doof, aber auch das Wetter ist ein großer Feind der Weißstörche. Bei Starkregen, Hagel oder Sturm kann das Nest volllaufen und die Jungvögel ertrinken. Zudem kann es passieren, dass bei heftigem Regen das Gefieder der Weißstörche verklebt.

Bestand des Weißstorches

Weltweit gibt es noch rund 166.000 Brutpaare, davon ca. 4.300 in Deutschland (nabu.de).

Während die Population der Weißstörche anfang des 20. Jahrhunderts stark zurückgegangen ist, gibt es aktuelle eine positive Wende und sorgt für einen Wachstum der Population.

Auf der Roten Liste Deutschland gehört er zu Kategorie 3 / gefährdet.

Systematik

Klasse: Vögel

Ordnung: Schreitvögel

Familie: Störche

Gattung: Eigentliche Störche

Art: Weißstorch

Erwähnenswerte Brutstätten des Weißstorches

  • Naturschutzgebiet Bruchwiesen bei Büttelborn | im ehemaligen Altneckarbett entstand in der letzten Kalkzeit ein besonderer Lebensraum für unterschiedlichste Tier- und Pflanzenarten. Zudem ist es eine besondere Brutstätte für Weißstörche!

 

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